Der Wald und ADHS - zwei Wesen, die sich endlich erkennen.
- Tanja Filipcic-Mauerer
- 30. März
- 5 Min. Lesezeit
Der ADHS-Mensch als Pflanze
Stell dir einen Baum vor, der nicht gerade wächst. Kein klassischer, ruhiger, gleichmäßiger Stamm.
Sondern einer, der sich windet. Der sich dem Licht entgegenstreckt, wo immer es auftaucht. Der viele Äste gleichzeitig treibt. Wild. Lebendig. Unberechenbar.
Ein Baum, der nicht in Reihen gepflanzt wurde –sondern am Waldrand gewachsen ist.
Vielleicht eine Birke, die leicht auf jede Bewegung reagiert. Oder ein Holunder, der überall gleichzeitig lebt – in Blüte, Frucht und Rückzug.

ADHS-Menschen sind wie solche Pflanzen:
🌱 schnell wachsend in alle Richtungen
🌱 feinfühlig für Reize (Wind, Licht, Geräusche)
🌱 voller Ideen, Impulse und Lebenskraft
🌱 aber oft überfordert, wenn zu viele „Stürme“ gleichzeitig wirken
In unserer strukturierten Welt wirken sie manchmal „zu viel“. Im Wald jedoch… sind sie genau richtig.
Ich selbst lebe mit ADHS. Und lange Zeit meines Lebens war da vor allem eines: die Suche.
Die Suche nach einem Platz, an dem ich richtig bin. Nach einem Gefühl von „So darf ich sein“.
Stattdessen war da oft das Gegenteil. Ich war zu emotional. Zu sprunghaft. Zu viel. Zu anstrengend. Zu wankelmütig. Zu unstet.
Ich habe versucht, mich anzupassen, ruhiger zu werden, klarer, strukturierter –so zu funktionieren, wie es erwartet wird. Aber egal, wie sehr ich mich bemüht habe: Es hat sich nie wirklich stimmig angefühlt.
Bis ich angefangen habe, wieder mehr Zeit im Wald zu verbringen. 🌲

Am Anfang ohne großen Plan. Einfach, weil es mich irgendwie dorthin gezogen hat.
Und dann ist etwas passiert, das ich lange nicht greifen konnte: Ich wurde ruhiger. Nicht gezwungen ruhig – sondern von innen heraus.
Meine Gedanken wurden weiter, nicht enger. Mein Körper wurde spürbarer. Ich habe angefangen, mich selbst wieder wahrzunehmen.
Im Wald musste ich nicht mehr gegen mich arbeiten. Ich durfte so sein, wie ich bin.
Meine Sprunghaftigkeit wurde zu Neugier. Meine Intensität wurde zu Lebendigkeit. Meine Sensibilität wurde zu einer feinen Wahrnehmung für das, was um mich herum ist.
Ich habe verstanden: Mit mir stimmt nicht nichts. Ich habe einfach anders gelernt zu wachsen.
Und der Wald…der bewertet das nicht.
Er ist nicht linear. Nicht perfekt. Nicht kontrolliert.
Er ist lebendig, wild, vielfältig –und genau deshalb konnte ich mich dort wiederfinden.
Mit der Zeit wurde er zu meinem Anker. Zu meinem Ort, an dem ich mich regulieren kann, ohne etwas tun zu müssen. Zu einem Raum, in dem ich Sicherheit spüre – nicht im Außen, sondern in mir.
Hier finde ich Halt. Hier komme ich zurück. Hier darf ich auftanken, wenn alles zu viel wird.
Und vielleicht das Wichtigste: Hier habe ich gelernt, mich selbst nicht mehr als „zu viel“ zu sehen –sondern als genau richtig. 🌿

🌲 Warum der Wald so gut tut
Der Wald verlangt nichts Lineares. Er erwartet keine Daueraufmerksamkeit, keine perfekte Ordnung.
Stattdessen bietet er:
🌿 Sanfte Reize statt Reizüberflutung
Blätterrauschen, Vogelstimmen, Lichtspiele – all das spricht das Nervensystem an, ohne es zu überfordern.
🌿 Natürliche Regulation
Der Körper darf runterfahren. Stresshormone sinken. Das Gedankenkarussell wird langsamer – nicht durch Druck, sondern durch Umgebung.
🌿 Erlaubnis zum Sein
Im Wald ist es egal, ob du sprunghaft bist. Du darfst stehen bleiben, weitergehen, etwas entdecken, abschweifen.
🌿 Verbundenheit statt „Anderssein“
Plötzlich wird spürbar: Ich bin nicht falsch. Ich bin nur anders gewachsen.

Wenn ich Menschen mit ADHS - und darunter zähle auch ich - mit einem Bild beschreiben würde, dann sehe ich kein „zu viel“ oder „zu chaotisch“. Ich sehe Bäume.
Aber keine geraden, geschniegelt gepflanzten Bäume aus einer Reihe. Ich sehe Bäume mit weiten, lebendigen, ausladenden Kronen.
Bäume, die in alle Richtungen wachsen. Die sich nicht anpassen, sondern dem Licht folgen – egal, wo es gerade auftaucht. Die voller Bewegung sind, voller Ideen, voller Ausdruck. Und manchmal sogar in Farben leuchten, die man in keiner Plantage dieser Welt findet.
Und gleichzeitig spüre ich: So kraftvoll diese Kronen auch sind – unter der Erde fehlt manchmal etwas.
Nicht, weil etwas „falsch“ ist. Sondern weil das Wurzelwerk oft nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommen hat.
Das, was uns trägt. Was uns nährt. Was uns hält, wenn der Wind stärker wird.
Dieses scheinbar „Unscheinbare“: Struktur. Wiederholung. Erdung. Das, was wir oft als langweilig oder selbstverständlich abtun –und was doch genau die Tiefe schenkt, die wir brauchen, um in unserer ganzen Höhe stehen zu können.
Und genau hier beginnt für mich die Kraft des Waldes. 🌲
Der Wald bringt nichts von außen auf dich drauf. Er erinnert dich an etwas, das längst in dir angelegt ist.
Er ist gleichmäßig, ohne starr zu sein. Still, ohne leer zu wirken. Tief, ohne schwer zu werden.
Überall Wurzeln. Überall Verbindung. Überall dieses leise Wissen:
Du darfst wachsen – in die Höhe und in die Tiefe.

Man sagt: Ein Baum kann nur so weit in den Himmel wachsen, wie er in der Erde verankert ist. Und im Wald wird dieses Gleichgewicht spürbar –Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe, Ausdehnung und Rückzug.
Nicht erklärt. Sondern erlebt.
Was ich dir dabei anbiete, ist kein „Arbeiten an dir“. Keine Optimierung. Kein Reparieren.
Ich gehe ein Stück mit dir. Und halte einen Raum, in dem du dich wieder verbinden kannst –
mit deinem eigenen Wurzelwerk. Mit deiner inneren Stabilität. Mit deinem Boden.
Mit dem Teil in dir, der längst weiß, was dir gut tut. 🌿
🌿 Mein Waldbaden für Menschen mit ADHS
Ich bin dabei nicht einfach nur Kursleiterin. Ich verstehe mich als eine Art Übersetzerin zwischen zwei Welten –zwischen dem, was in dir lebendig ist, und dem, was der Wald dir spiegelt.
In meinen Angeboten begleite ich dich dabei:
🌱 Wieder im Körper anzukommen
Mit einfachen, achtsamen Übungen lade ich dich ein, vom Denken ins Spüren zu wechseln –die Rinde eines Baumes unter deinen Händen zu fühlen, barfuß den Boden wahrzunehmen oder deinen Atem bewusst fließen zu lassen.
🌱 Struktur zu erleben – ohne Enge
Ich gebe dir einen sanften, klaren Rahmen, der dir Sicherheit schenkt. Und gleichzeitig bleibt genug Raum für dein eigenes Tempo, dein Entdecken, dein Sein.
🌱 Reize bewusst zu lenken
Wir holen dich raus aus dem „alles gleichzeitig“ und hinein in einen Moment. Vielleicht mit einer kleinen Einladung wie: Finde heute deinen Baum.
🌱 Dich selbst anders zu sehen
Ich halte dir einen Raum, in dem du erkennen darfst: Deine Art ist kein Fehler. Sie ist eine Qualität.
🌱 Deinen eigenen Zugang zu finden
Durch Bewegung, durch Sammeln, durch kreatives Gestalten mit Naturmaterialien –auf eine Weise, die deiner ganz eigenen Art zu erleben und zu lernen entspricht.
✨ Was dich bei mir erwartet
Ein Raum, in dem du nicht funktionieren musst.
Ein Ort, an dem dein innerer „wilder Baum“ nicht gestutzt, sondern verstanden wird.
Ein Wald, der dich erinnert:
So wie du bist, bist du genau richtig. 🌲💚
Wenn du dich hier wiederfindest und endlich bei dir ankommen willst, dann melde dich gerne bei mir und wir vereinbaren einen Termin für dein ganz persönliches Waldbad.








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